Publikumfonds's Blog

November 23, 2009

„Asset-Klasse Immobilien: Risse im Beton?“

Medieninformation zum 11. Petersberger Treffen 2009

Montag, 23. November 2009


Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos. – ein „weiter so“ kann es nicht geben!Das Petersberger Treffen 2009 stand ganz im Zeichen der sich erneut verschärfenden Liquiditätskrise bei den offenen Immobilienfonds. Aktueller hätte das Thema „Assetklasse Immobilien: Risse im Beton?“ kaum diskutiert werden können. Erst am vergangenen Mittwoch hatte Aberdeen die erneute Aussetzung der Anteilsrücknahme beim DEGI International verkündet, nachdem bereits eine Woche vorher der DEGI Global Business illiquide wurde. Am Donnerstag musste dann auch AXA Investment Managers die erneute Zahlungsunfähigkeit des AXA Immoselect einräumen. Kein Wunder, dass die rund 300 Besucher der diesjährigen Veranstaltung dankbar für eine zeitnahe Standortbestimmung der deutschen Immobilienfondsbranche waren.Im Wesentlichen standen dabei zwei Fragen im Vordergrund:

 

  • Muss angesichts der erneuten Aussetzung der Anteilsrücknahme bei zwei Fonds mit einer neuen Schließungswelle, also einem weiteren „Domino-Day“ gerechnet werden?
  • Und, bleibt die zweistellige Abwertung des Morgan Stanley P2 Value im Sommer eine Ausnahme, die die Regel bestätigt oder handelt es sich lediglich um den ersten Schritt, dem andere Anbieter weitere folgen lassen müssen.

Die eingeladenen Fondsmanager und Geschäftsführer der deutschen Immobilienkapitalanlage-gesellschaften, darunter Commerz Real, AXA IM, Credit Suisse, Hansa, Pramerica Property, KanAm Grund und Aberdeen waren mehrheitlich nicht in der Lage, den im Publikum herrschenden Ängsten den Nährboden zu entziehen. Dafür waren die Stellungnahmen und Aussagen der Referenten in vielen Punkten zu unverbindlich und wurden bestimmte Themengebiete trotz konkreter Nachfrage eher gemieden. Mancher Podiumsgast hätte wohl gerne mehr gesagt, sah sich aber im aktuellen Umfeld genötigt, sybillinisch zu antworten, um keine größeren Wellen zu schlagen und sich nicht später aus dem Zusammenhang heraus gerissen zitieren zu lassen.Die aktuelle Nervosität angesichts der angespannten Situation war allerorten deutlich spürbar. Dessen ungeachtet könnte das Fazit in etwa wie folgt lauten: ein erneute Massenschließung wird allgemein nicht erwartet, kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Die beiden jüngsten gescheiterten Wiedereröffnungen sind auf Einzelfall spezifische Entwicklungen zurückzuführen. Aberdeen sieht sich von seinem stärksten Vertrieb, der Dresdner (Commerz) Bank abgeschnitten, AXA wurde von einzelnen Wettbewerbern und auch in den Medien sprichwörtlich ausgezählt. Der Fondsmanager des AXA Immoselect Achim Gräfen zeigte sich anlässlich des Petersberger Treffen 2009 sichtlich bewegt von den jüngsten Entwicklungen und verwies auf die stabile Wertentwicklung seines Fonds oberhalb drei Prozent Ertrag p.a. in den vergangenen Jahren, die die Schließungen trotzdem nicht verhindern konnte. Bei den Bewertungen gelang es dem Gutachter Thomas Stroh in der Diskussion Vertrauen in die Bewertungen der Objekte zu gewinnen. Moderate Abschläge sind nach seiner Einschätzung wahrscheinlich, massive Einbrüche wie im Fall Morgan Stanley hält er bei anderen Anbietern aber für äußerst unwahrscheinlich.

Die an der Oberfläche gebliebenen Ausführungen waren umso bedauerlicher, als das Publikum mehrere Milliarden schwere Immobilienfonds-Assets der deutschen Finanzindustrie repräsentierte und nach konkreten Aussagen förmlich lechzte.

Denn wertstabile Sachwertanlagen sind händeringend gesucht. Das wurde nicht zuletzt auch im volkswirtschaftlichen Einstiegsvortrag von Phillip Vorndran, von der Vermögensverwaltung Flossbach und von Storch deutlich, der die Alternativlosigkeit vieler Assetklasen unterstrich und auf den Anlagenotstand hinwies, der aus weiteren Zinssenkungen resultieren dürfte. Die Ängste der Bürger vor steigender Staatsverschuldung und Geldentwertung treibt sie nach Ansicht Vorndrans zunehmend stärker in Sachwerte aller Art und eben auch in Immobilien, „das ist die Flucht in die Sachwerte, das ist die Flut, die alle Schiffe hebt“.

Vor diesem Hintergrund dürften sich die Immobilienfonds derzeit vor Zuflüssen eigentlich kaum retten können, verkörpern sie doch wertstabile Sachwerte mit soliden Renditen, die obendrein immer noch von steuerlichen Anreizen gekrönt sind. Allein die Sorge vor illiquiden Investments und möglichem Anlagedruck hält die Berater und Anleger von Engagements derzeit ab. Am ehesten war es wohl der Fondsmanager des CS Euroreal und Geschäftsführer der Credit Suisse Immobilien KAG, Karl Heinz Heuß, der stellvertretend für seine Kollegen Gesetzesänderungen postulierte, die es den Gesellschaften erlauben würden, ihre solide Arbeit unter besseren Rahmenbedingungen fortzusetzen. Die Spielregeln müssen nach seinem Verständnis möglichst schnell den Herausforderungen einer neuen Zeit angepasst werden. Dieser Form der Planungssicherheit bedürfen nicht nur die Gesellschaften, sondern auch die Investoren, zu deren Schutz sie notwendig werden.

Eine Wende an den Immobilienmärkten zum Besseren wird nach Ansicht von Dr. Thomas Beyerle (Aberdeen) erst für die Jahre 2010/2011 erwartet. Vielerorts propagierte opportunistische Einstiegschancen in gestressten Ballungszentren wie London oder Paris wurden gemeinhin ins Reich der Fabeln und Märchen verwiesen. Zu den so genannten „Super-Schnäppchen“ sei es allein schon von daher in den vergangenen Monaten nicht gekommen, als der große „Verkaufsdruck“ bisher ausblieb. Weder die finanzierenden Banken, noch die großen Akteure haben an einer solchen Entwicklung ein Interesse.

Mit anderen Worten, die berühmte „Kuh, ist noch lange nicht vom Eis“. Die Lage bleibt weiter ernst.

Ein bloßes weiter so kann es nicht geben. Manche hastig gestrickte Wiedereröffnung sollte dies suggerieren. Allein, der Versuch misslang! Es wird Zeit, dass sich die Anbieter stärker aufeinander abstimmen und zusammen mit dem Gesetzgeber die Grundlage dafür schaffen, eine wertvolle und gebrauchte Assetklassen zu modernisieren.

November 6, 2009

11. Petersberger Treffen

*11. Petersberger Treffen 2009

„Asset-Klasse Immobilien: Risse im Beton?“

Am 20. November veranstaltet die Drescher & Cie GmbH  zum 11. Mal die Investmentkonferenz „Petersberger Treffen“. Das diesjährige Motto der Konferenz lautet „Asset-Klasse Immobilien: Risse im Beton?“.

Jahrzehnte lang wurden offene Immobilienfonds von deutschen Anlegern als Hort der Sicherheit und Ertragsstabilität angesehen. Die Stetigkeit der Renditen verleitete Viele förmlich zum sorglosen Umgang mit den Immobilien-Sondervermögen. In der Folge wurde die Assetklasse mit eigenständigem Chance-Risiko-Verhältnis zumeist verkannt und die offenen Immobilienfonds zu Festgeldern ähnlichen Anlageinstrumenten mit steueroptimierten absoluten Erträgen bei täglicher Verfügbarkeit stilisiert. War das Risiko von Wertberichtigungen in der Theorie auch genauso bekannt, wie eine Aussetzung der Anteilsrücknahme im Gesetz geregelt, ließen die wie an Schnüren gezogenen Wertentwicklungen entsprechender Fonds die Kritiker zumeist verstummen. Die jüngsten Ereignisse in Form von Aussetzungen der Anteilsrücknahme und Abwertungen haben die Branche und die Anleger nun aber auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und werfen viele Fragen auf:

Wie transparent sind die Bewertungen der Objekte? Besteht weiteres Abwertungspotenzial? Hat sich das gewohnte Chance-Risiko-Profil offener Immobilienfonds verändert? Was dürfen wir von den Immobilienmärkten im nächsten Jahr erwarten? Wie wirkt sich der versetzte Immobilienzyklus zum Konjunkturverlauf aus? Steht der härteste Teil gar noch bevor? Wie will die Immobilienfondsindustrie den immer stärkeren Schwankungen der Mittelentwicklung zukünftig Rechnung tragen? Welche neuen Produktentwicklungen und Trends dürfen wir erwarten? Stichworte in diesem Zusammenhang: Wohnimmobilienfonds, Branchenfonds, nachhaltige Immobilienfonds. Haben die Immobilienaktienmärkte, die von Angebot und Nachfrage stark gebeutelt waren, ihren Boden bereits gefunden?

Mit den Veranstaltern diskutieren:

* Olivier Catusse, Geschäftsführer KanAm Grund Kapitalanlagegesellschaft mbH
* James Cowen, Senior Director Invesco Real Estate – Securities
* Achim Gräfen, Geschäftsführer AXA Investment Managers Deutschland GmbH
* Karl-Heinz Heuß, Managing Director, Head of Credit Suisse Asset Management Real Estate Europe ex Switzerland
* Sebastian Lohmer, Geschäftsführer, Portfoliomanager TMW Pramerica Property Investment GmbH
* Ralph Petersdorff, Fondsmanager HANSAimmobilia
* Bärbel Schomberg, Vorsitzende der Geschäftsführung DEGI Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds mbH
* Mario Schüttauf, Bereichsleiter Portfoliomanagement Commerz Real Investmentgesellschaft mbH
* Philipp Vorndran, Flossbach & von Storch AG
* Mark Wolter, Managing Director Schroder Property Kapitalanlagegesellschaft mbH
* Dr.Hermann Wüstefeld, Leiter Closed End Funds Production DWS Finanz-Service GmbH

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter http://www.petersberger-treffen.de.

Eintrittskarten für die Konferenz können zum Preis von 178,50 Euro (inkl. MWST.) unter kontakt@drescher-cie.de bestellt werden. Journalisten können sich kostenlos zur Veranstaltung akkreditieren. Interessenten empfehlen wir, sich frühzeitig anzumelden, da das Kartenkontingent begrenzt und die Nachfrage groß ist.

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.